1. Erstes Erscheinungsbild

Sibelius erscheint in einem Paket mit nur einem kompakten Handbuch und einer CD, das wirkt nicht abschreckend wie die früheren Finale "Wälzer". Sibelius und Finale setzen beide auf eine Online Hilfe und auf Quicktime Videos, die dem Anfänger Fragen beantworten und einzelne Arbeitsschritte bildlich verdeutlichen.
Auf jeden Fall lohnt es sich immer, die gut ausgearbeiteten Tutorien gründlich durchzugehen, so wird der Einstieg in Sibelius bzw. Finale erleichtert. Bei jedem Programmstart erscheint ein Tip des Tages - so lernt der Anwender immer neue Tricks dazu.
Die Registrierung kann bei Sibelius online erfolgen und funktioniert problemlos. Einmal registriert, wird der Anwender natürlich über allfällige Updates etc. informiert.
Man kann sich aber auch auf postalischem Wege oder per Fax registrieren lassen.

 


2. Installation

CD in den Computer, Doppelklick und los geht's !
Das bereitet soweit keine Probleme, hat jedoch einen Haken: Das Programm kann nur über Umwege auf den Laptop für unterwegs übertragen werden! Hier wurde dem unkontrollierten Kopieren vorgebeugt.
Sibelius wurde mir als Test in Deutsch und Englisch geschickt - auf lange Sicht ist es an internationalen Schulen sinnvoll, mit der englischen Version zu arbeiten - einige Fachausdrücke stehen dann zwar auf der Vokabelliste, es erleichtert aber den Dialog mit anderen Musikern. Im Jazz- und Popbereich ist nach wie vor Englisch die Sprache der Musiker. Wer also aus ebengenannten Bereich kommt, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er nicht gleich mit der englischen Version arbeitet.

 


3. Handbuch

Das Sibelius Handbuch ist erstaunlich kompakt gehalten und soll den Eindruck vermitteln, man könne das Programm schnell meistern. Am Anfang steht eine Quick -Tour die einen mit den nötigsten Funktionen vertraut macht. Es wird empfohlen dieses Tutorial unbedingt durchzuarbeiten. Dem kann ich nur zustimmen, macht es den Neuanwender doch schnell mit der Philosophie des Programms vertraut. Immer wieder wird darauf hingewiesen, die Maus wegzulegen und Tastaturkürzel zu benutzen - sicherlich ein sinnvoller Gedanke - aber wer nicht tagtäglich mehrere Stunden an Sibelius verbringt, wird sich wohl kaum alle Befehle merken wollen. Hilfe bietet eine Tabelle in Form eines zusammensteckbaren Papp-Turmes, auf dem alle Tastaturkürzel aufgeführt sind ( im Paket enthalten).
Sucht man Begriffe im Handbuch, wird man relativ schnell fündig - da entsprechen sich Sibelius und Finale 2000 sehr. Mich stört der manchmal unangebracht zynische Tonfall im Sibelius Handbuch, das vermittelt nicht gerade Exklusivität und Professionalität.

 

 

4. Arbeitsoberfläche

Absolut angenehm gestaltet ist die Arbeitsoberfläche bei Sibelius, das Notenblatt bleibt immer frei von Werkzeugen. Von Notenblatt kann hier wirklich die Rede sein, da man sich die Struktur des Manuskriptpapiers als Arbeitshintergrund selbst aussuchen kann, von marmoriert bis zu teurem Notenpapier ist alles möglich, und man bekommt tatsächlich das Gefühl, vor einem wirklichen Notenblatt zu sitzen. Optisch gelungen und nicht zu sachlich (wie bei Finale) sind die Werkzeug- und Menüleisten, alles wirkt aufgeräumt.
Der Navigator ( links unten am Bildschirmrand ) zeigt dem Benutzer die aktuelle Position auf der Partitur. Durch einfaches Ziehen der Maus im freien Feld ist es möglich, an eine andere Stelle der Partitur zu fahren, weniger umständlich als das Scrollen am Bildschirmrand.
Mit dem Zoom-Werkzeug wird der Bildausschnitt vergrössert /verkleinert, je nach dem, ob man am Layout arbeitet oder an filigranen Artikulationen.

Abb. 1

 

5. Voreinstellungen

Bevor man an einer neuen Partitur arbeitet bzw. ein neues Dokument öffnet, können auf einem Bedienfeld zunächst Titel und Komponist des zu bearbeitenden Werkes eingegeben werden. Diese Angaben erscheinen dann schon in richtiger Grösse und korrekt plaziert auf der eigentlichen Arbeitsoberfläche. Ist diese Eingabe beendet, geht es weiter in das nächste Feld, um sich dort die gewünschten Instrumente zusammenzustellen, diese erscheinen dann untereinander und mit Namen auf der Arbeitsoberfläche. Diese praktischen Voreinstellungen decken sich fast völlig mit Finale 2000. Auch das Papierformat lässt sich hier schon festlegen, von A 4 bis zu grossen querformatigen Partituren.

Abb. 2

 


6. Einfache Noteneingabe

Zur einfachen Noteneingabe, die man als unversierter Keyboard-Spieler wohl öfter in Anspruch nimmt, befindet sich auf der Hauptseite ein frei positionierbares Kästchen, mit dem Noten, Artikulationen, Notenköpfe und Vortragszeichen direkt mit der Maus eingegeben werden. Die entsprechende Note wird einfach im Werkzeugkästchen - sprich Keypad selektiert und dann an entsprechender Stelle im Takt eingefügt. Das gibt es bei Finale schon lange, aber nicht so clever, denn das Sibelius-Kästchen hat doch einiges mehr zu bieten: muss man bei Finale für Artikulationen, Notenköpfe, Vortragszeichen jeweils in ein extra Werkzeug wandern, kann bei Sibelius alles in einem erledigt werden, man ändert nur kurz den Modus. Daher ist es auch verständlich, wenn das Keypad ständig griffbereit am Bildschirmrand liegt. Will man zum Beispiel einer (Schlagzeug)Note - einen anderen Kopf verpassen geht das erstaunlich einfach - die Auswahl ist zwar auf dem kleinen Feld nicht so riesig wie bei Finale, dafür sind die wichtigsten Zeichen sofort und schnell verfügbar, was man bei Finale bei weitem nicht immer behaupten kann.

 

7. Eingabe mit Tastatur und Keyboard ( Alphabetische Eingabe und Step-time Eingabe)

Hier hat man sich stark an das Finale System angelehnt. Es gibt zwei Eingabearten, eine nur mit Computer- Tastatur ( mit dem Laptop unterwegs ) oder in Kombination Keyboard-Computertastatur. In der ersten Eingabeart dienen die Buchstabentasten als Kürzel für eine Note ( z.B. "A" ist gleich einem eingestrichenen "A" auf dem Notensystem. Dies nennt sich Alphabetische Eingabe, die numerischen Tasten geben den Notenwert an. Die Notenwerte entsprechen der Finale -Belegung. Bei der Zuordnung der Töne zu den Buchstaben hat man sich mehr überlegt und nach einiger Zeit ( und nochmaligem Auswendiglernen von Tastaturkürzeln ) kann man einfache Melodien recht schnell eingeben - ohne Übung geht es aber leider nicht. Vorzeichen etc. müssen trotzdem nachträglich mit dem Keypad eingegeben werden.
Die Step-time Eingabe ist eine Weiterentwicklung der alphabetischen Eingabe: Hier werden die Töne auf der Midi-Tastatur gespielt und dann der Notenwert per numerischer Tastatur eingegeben. Das geht noch schneller, vor allem bei mehrstimmigem Notentext . Je nach Situation kann man zwischen vier Eingabemethoden wechseln - für einfache Noten die alphabetische Eingabe, für komplexere und schnelle Eingabe von nicht zu komlipiziertem Notentexten die Step-time Eingabe, zum einfachen Eingeben und korrigieren die Keypad -Eingabe, bleibt noch die Eingabe für gute Spieler die sogenannte ...


 

8. Flexitime- Eingabe

Bevor man Noten wie bei einem Sequenzerprogramm über die Midi-Tastatur eingibt, ist es erforderlich, OMS sprich das auf der CD mitgelieferte Open Music System zu installieren. Dieses System erfasst bei der Installation via Midi die Arbeitsumgebung des Anwenders und listet alle vorhandenen Midi-Instrumente auf. Dies erlaubt das gezielte Abspielen einer Partitur mit der gewünschten Instrumentierung, bzw. den Sounds entsprechend der Partitur. So spielt Sibelius ein Streichquartett mit den Klängen ab, die man sich beim Überprüfen der Partitur wünscht.

Gibt man nun Noten per Flexitime ein, hat man - wie der Name schon sagt - die Möglichkeit, das Tempo während der Aufnahme leicht zu verzögern oder zu beschleunigen. Dies ist natürlich hilfreich, wenn man schwierige Passagen meistern will oder bei leichten Passagen Zeit gewinnen will. Den Grad der Tempoflexibilität kann man selbst bestimmen, von nicht rubato bis zu starken Rubati. Sibelius zählt einen oder mehr Takte ein und man spielt zum Klick die gewünschten Noten ein. Die Quantisierung d.h. das Notenraster wird vorher bestimmt und Sibelius lässt wirklich nur die vorher bestimmten Notenwerte zu , das erspart eine Menge Korrekturzeit. Will man einen Klavierpart eingeben, selektiert man zwei Notensysteme und Sibelius verteilt die Stimmen auf beide Systeme, bei frei bestimmbaren Splitpunkt. Flexitime funktioniert hervorragend, besser und weniger umständlich als Finale, vorausgesetzt man ist ein einigermassen geübter Spieler.

 

 

9. Wiedergabefunktionen

Will man die gerade eingespielten Noten zur Kontrolle hören benutzt man die Wiedergabeleiste , die zunächst nur Play und Flexitime -Record zeigt, aber ganz aufspringt, sobald man Play gedrückt hat. Abgespielt werden kann in verschiedenen Ausdrucksarten, von "mechanisch" bis expressivo - auch die Phrasierung kann eingestellt werden von normal bis über verschiedene Varianten von "Swing". Das Wiedergabefeld ist wie üblich ausgestattet - Play, Stop, Pause, Fast Forward etc., als Temporegler dient ein komfortabler Fader zum schnelleren oder langsameren Abhören.

 

10. Textwerkzeug

Dieses Werkzeug ist opulent ausgestattet. Man findet es im Menu Erstellen", wo man in diverse Untermenus gelangt. Hier kann man alles eingeben, was eine professionelle Partitur braucht. "Texte" beinhaltet Titel, Untertitel, Technik, Expression, Fingersätze und... leider kann man keinen Text ungebunden d.h. angeknüpft an eine Funktion eingeben - das ist ärgerlich, wenn man Arbeitsblätter entwerfen will und sich dabei für eines der vielen Textwerkzeuge entscheiden soll. Trotzdem, das Ganze macht grossen Eindruck, denn alles was man bei Finale vermisst oder nur unter Mühen bewerkstelligen kann, geht bei Sibelius problemlos: umrahmte Buchstaben, Fingersätze, Copyright, Fussnoten, Widmungen, um nur ein paar zu nennen. Auch die Eingabe von Liedtext funktioniert einwandfrei und schnell, aber das geht bei Finale auch ganz gut, es sei denn man will die zweite oder dritte Strophe eingeben, da hat Sibelius die Nase vorn. Nebenbei passt sich das Seitenlayout ganz schnell dem Text an (wie bei Finale).

 

11. Layout

Dies scheint mir der einzig wirkliche Schwachpunkt von Sibelius zu sein: Das Layout erneuert sich erfreulicherweise zwar während der Eingabe permanent, lässt aber keine völlig flexible Gestaltung des Notenblattes zu, und wenn, dann nur umständlich über das Menu "Notenzeilen" oder "Dokument einrichten". Finale hat das (endlich ) besser gelöst. Im Werkzeug "Seitenlayout" können alle Notenzeilen, Seitenränder und Abstände direkt und unkompliziert bearbeitet werden. Dieser Idee hätte sich Sibelius unbedingt bedienen sollen.
Man kann zwar Systemumbrüche / Seitenumbrüche erzeugen oder Takte po Zeile erzwingen, jedoch nicht die Systeme auf der Seite direkt mit der Maus horizontal verkleinern ( oder vielleicht habe ich diese Funktion nicht gefunden...) - das hätte man vereinfachen können .

 

12. Akkordsymbole

Akkordsymbole - kein grosses Thema für Sibelius, man kann sie einfach eingeben, in dem man eine Note anklickt und den Akkord als Text darüber notiert (auch transponierbar). Diese Eingabe funktioniert wie die Liedtexteingabe, einfach und unkompliziert.

 

13. Artikulation

Im Keypad sind die wichtigsten Artikulationszeichen vorhanden und werden direkt zur Note hinzugegeben. Die Positionierung erfolgt automatisch. Filterfunktionen erlauben es bestimmte Noten mit bestimmten Artikulationen zu versehen, anstatt diese mühsam Note für Note einzugeben.

 

14. Balken

Balken können ebenfalls im Keypad gruppiert werden, auch Balkenneigungen, kreuzende Balken sind möglich . Ganz so fein wie bei Finale geht es nicht, aber für die meisten Anwendungen reicht das. Finale besitzt ein sogenanntes Feinwerkzeug, das wirklich jede kleinste Korrektur im Notenbild erlaubt.

 

15. N-tolen

Abgesehen davon, dass bei der Flexi-Time Eingabe Triolen gut erkannt werden, können diese auch "von Hand" eingegeben werden. Dazu wird die erste Note einer Gruppe selektiert, um dann über einen Kurzbefehl die restlichen N-tolen-Noten zu beschreiben. Beispiel : für eine Triole selektiere ich eine Viertelnote, drücke die Befehlstaste und "3" und schon weiss Sibelius, dass die folgend eingegebenen Viertel eine Triole bilden.

 

16. Transpositionen

Kein Problem für Sibelius: ausser den Gitarren-Akkordrastern kann hier alles diatonisch oder chromatisch transponiert werden, inklusive Artikulationen und Akkordsymbolen, auch ein Wechsel der Transposition mitten in der Partitur ist erlaubt.

 

17. Schlagzeugnotation

Ein heikles Thema: hier liegt das Problem in der unabhängigen Darstellung der Instrumente Bassdrum, Snare, Hihat etc. deren Notenköpfe, Hälse und Pausen verschieden sind. Sibelius bietet ein Drum-Mapping an, das auf Midi Kanal 10 (auf dem mittlerweile alle Drum Sets angesiedelt sind) den über das Keyboard gespielten Klang einem vorbereiteten Notenkopf zuordnet. Die Drum Mappings können bei Bedarf verändert werden. Bei Finale existiert diese Funktion mittlerweile auch, mit dem Vorteil, dass die Instrumente auf verschiedenen Eingabeebenen bis auf das Genaueste bearbeitet werden. Ist OMS (das Open Music System einmal installiert) kann man auf Midi-Kanal 10 einfach lospielen, die Noten werden automatisch an die richtige Stelle mit dem richtigen Notenkopf plaziert - wunderbar !
Selbstverständlich können auch eigene Drum-Mappings erstellt werden.


 

18. Stimmenauszug

Um aus einer Partitur einzelne Stimmen zu extrahieren, wird in einem Dialogfeld die betreffende Stimme selektiert, extrahiert und dann bearbeitet. Wie auch bei Finale muss man die Einzelstimme zusätzlich bearbeiten, vor allem im Layout. Ansonsten bietet dieses Werkzeug kein Anlass zu Kritik.


 

19. Fonts

Ausser den klassischen Musikfonts bietet Sibelius noch "ink-pen" an, einen Font, der handgeschriebene Musik simuliert.
Was die allgemein üblichen Symbole angeht, ist alles vorhanden, was das Herz begehrt, übersichtlicher als bei Finale, nämlich in Instrumentengruppen sortiert. Auch Coda-Köpfe und Segnos können frei und unhabhängig plaziert werden.


 

20. Scannen

Sibelius bietet über das Zusatzprogramm Photo-Score die Möglichkeit, schon gedruckte Noten einzuscannen und zu bearbeiten. Getestet habe ich diese Funktion nicht, das Kapitel Scannen im Handbuch lässt aber schon vermuten, dass man hier viel Zeit und Geduld aufbringen muss und wohl eher dürftige Ergebnisse zu erwarten hat. Schon das Einscannen und Erkennen von Texten ist schwierig, Notentext um so mehr, man denke nur an die ganzen Zeichen und Symbole. Hier stellt sich die Frage ob man nicht in der selben Zeit neue Noten eingibt, anstatt das Scan stundenlang zu bearbeiten.

 

 

21.Sonstiges

Richtige Probleme gibt es mit Sibelius eigentlich nicht, man muss sich einfach an die Programmstruktur gewöhnen, bzw. sich merken, wo man was findet.
So sind zum Beispiel Wiederholungsausgänge und Triller zusammen mit Bindebögen in einem Werkzeug namens "Linien" - was auf den ersten Blick nicht logisch erscheint.
Aber man kann sich damit durchaus anfreunden.
Zum Test habe ich übrigens alle Musterpartituren verschiedenster Stile ausdrucken lassen, das Ergebnis ist rundum zufriedenstellend, auch ausgefallene klassische Partituren mit Sonderzeichen (deren es eine Menge unter Symbole gibt) überzeugen.
Im Menu "Erstellen" sind die gebräuchlichsten Werkzeuge vorhanden: Takte, Tonart, Schlüssel, Taktart, die ohne Fehl und Tadel funktionieren, hier gibt es wirklich nicht den geringsten Anlass zum Meckern.
Im Gegenteil - Beispiel Studierziffern: benutzt man dieses Werkzeug erscheinen an der gewünschten Stelle umrahmte Grossbuchstaben, bei jedem weiteren Klicken an die nächste Stelle in der Partitur läuft Sibelius im Alphabet weiter - Klasse!

 

 

22. Internet Publishing

Die auf Sibelius erstellten Notentexte können über die eigene Website ins Internet gestellt werden. Allerdings sollte man dazu ein paar HMTL-Basics beherrschen um dies zu bewerkstelligen. Die Frage ist nur - wozu? Ist es wirklich sinnvoll, seine Kompositionen im Netz zu präsentieren? Bedeutende Komponisten würden bei der Veröffentlichung ihrer Werke wohl eher den Weg über die Musikverlage gehen.

 

 

22. Fazit

Die wichtigsten Programmpunkte sind hiermit behandelt, wer jetzt nicht an diesem tollen Programm interessiert ist ...

Das Sibelius Debut ist äusserst gelungen, dieses Programm ist für Einsteiger wirklich sehr interessant und genügt auch professionellen Ansprüchen - Klassik wie Jazz und Pop oder sogar zeitgenössische Musik und graphische Notation. Sibelius profitiert natürlich vom Erfahrungsvorsprung von Finale und macht nicht die selben Anfangsfehler auf Kosten der einfachen Bedienung.

Sibelius ist tatsächlich einfach und schnell, wie der Titel es verspricht, ob es das cleverste Notensatzprogramm der Welt ist, sei dahingestellt.

Umsteiger von Finale auf Sibelius werden sich in mancher Hinsicht umstellen müssen, positiv wie negativ. Wer sich einmal auf ein Programm eingestellt hat, stellt sich ungern um. Abschreckend an Sibelius ist die Flut der Tastaturkürzel, wenn man nicht ständig damit arbeitet, vergisst man vieles und greift wieder zur Maus, auch entgegen den ständigen Empfehlungen des Handbuchs.

Sibelius erlaubt den Eingriff ins Layout nicht so gut wie Finale, das kann aber geändert werden, der Anwender sollte mit seiner Kritik nicht warten, sondern seinen Unmut per E-mail kundtun - die beste Möglichkeit schnell zu Programmverbesserungen zu kommen.
Sibelius gegen Finale - gibt es einen deutlichen Sieger? Meiner Ansicht nach nicht, aber Finale muss sich anstrengen, potentielle Kunden orientieren sich mit Recht nach Sibelius.

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