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EINFÜHRUNG
Wenn
es um Fragen des Computereinsatzes im Musikunterricht ging, prallten
noch vor wenigen Jahren geradezu euphorisch-visionäre Zustimmung und
erbitterte Ablehnung aufeinander. Obwohl von unterschiedlichen Interessen
geleitet, sind nahezu alle Veröffentlichungen zu dieser Thematik als
Reaktionen auf gesellschaftliche Wandlungsprozesse und auf technologische
Weiterentwicklungen zu verstehen.
So
veränderte der rasante Ausbau des Internet u.a. nicht nur wesentliche
Bereiche der Kommunikationstechnologien, sondern beeinflusste
zugleich nachhaltig Präsentation und Strukturen der Informationsvermittlung.
Es entstand ein audio-visueller "Erlebnisbereich", der durch die Vernetzung
multimedialer Informationen, das Zusammenspiel von Text, Animationen,
Filmen, Bildern und Klängen auf interaktive und selbstbestimmte
Nutzung zielt. Im Zeitalter des "WorldWideWeb" hat Hypermedia,
die Verbindung von multimedialem Material und Hypertext (er funktioniert
quasi wie ein Lexikon, in dem jeder Text auf weitere Informationen verweist)
unter dem Gesichtspunkt der Informationsbeschaffung, z.B. als interaktive
Enzyklopädie auf CD-ROM, zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Die
insbesondere am gewandelten Rezeptionsverhalten abzulesenden Umgestaltungsprozesse
lassen sich daher nur als pädagogische Herausforderung begreifen, den
Einsatz multimedial-virtueller Vernetzung auf CD-Rom und im Internet
zu erkunden und zu erproben, um Möglichkeiten und Grenzen digitaler
Informationsvermittlung gezielter abstecken zu können. Schülerinnen
und Schülern stehen durch die Neuen Technologien zwar unüberschaubar
viele Informationen zur Verfügung, es fehlen ihnen jedoch zunehmend
Wissenszusammenhänge, die geeignet sind, aktuelle Handlungsmuster
auf ihren persönlichen Nutzwert und Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt
hin zu überprüfen.
Ein
Musikunterricht, der Erfahrungen, Erkenntnisse und Fertigkeiten mit
den Neuen Technologien zulässt, das Zusammenspiel von Information und
Erlebnis in den Blick nimmt, stärkt zugleich den Lernort Schule als
Lebens- und Erfahrungsraum gegenüber den heimlichen Lernorten im alltäglichen
Umfeld der Schüler. Er begreift den über die bloße Technologie des Computers
hinausweisenden, kreativ-handelnden Umgang mit hypermedialen Materialien
im Unterricht vor allem als eine der wichtigen Chancen, mit andersartigen
Wahrnehmungen und Einsichten das Wissen über Musik in sinnstiftende
historische und kulturelle Zusammenhängen einzubinden.

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