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Das Beispiel Sangare zeigt: wenn wir von "Weltmusik" sprechen, dann tun wir dies aus einer eurozentrischen Perspektive. Im Juni 1987 einigten sich etwa ein Dutzend vor allem in London ansässiger, unabhängiger Plattenfirmen auf das Etikett "world music", um die seit einigen Jahren verstärkter Nachfrage ausgesetzte Musik der bei ihnen unter Vertrag stehenden, vorrangig afrikanischen und lateinamerikanischen Künstler schlagwortartig für ein Publikum vermarkten zu können, welches bislang Mühe hatte, die Schallplatten in den Läden zu lokalisieren. Dies wurde mit einer sich über Monate erstreckenden intensiven Öffentlichkeitsarbeit, die sich um das neu geschaffene Etikett zentrierte, in ganz England erreicht. Sie umfasste eine Bereitstellung von Orientierungshilfen jedweder Art für Käufer, Händler und Musikjournalisten in Form von Fertigung entsprechender Waren-Präsenter, Erstellung von Label- und Künstlerporträts sowie Werbekassetten und Airplay-Charts in Zusammenarbeit mit Printmedien und Funk (2).
Die Musik der zur Debatte stehenden Künstler war zwar nicht ausschließlich,
aber dennoch größtenteils geprägt durch Kombination von Klängen der jeweiligen
Herkunftsländer mit westlichem Instrumentarium und dem Produktionsstandard
der Studios urbaner Zentren Europas und der USA. Nur in Ausnahmefällen
handelte es sich um ausgesprochen traditionelle Musik und ebenfalls selten
stammte eine Aufnahme aus der Heimat des jeweiligen Künstlers. Protagonisten
dieser frühen Weltmusik waren beispielsweise der in Paris lebende Guineaner
Mory Kante mit seinem Welthit Yeke Yeke
(3),
Saung Gauk Trio, burmesischer Kerzentanz auf dem Tanz- und Folkfest Rudolstadt am 4.7. 1993 (Foto: Steffan Franzen). |
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