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Resümee Typographische Analyse ist vor allem, aber nicht ausschließlich auf Vokalmusik gerichtet. Buchstaben und ihre unterschiedliche formale Auszeichnung sind ein gängiges Mittel der Formanalyse. Mit Hilfe der modernen Layout-Technik ist es möglich, dieses Instrument der Analyse aus seinem Schattendasein zu befreien. Das Zeichenrepertoire besteht nicht in erster Linie aus Wörtern, sondern neben den Buchstaben aus Silben, Zahlen (als Stellvertreter von Motiven und Tönen) oder abstrakten Zeichen. Dargestellt werden können nicht nur Formteile und Motive, ihre Relationen und Variationen, sondern Strukturmerkmale wie Überlagerung, Verkettung, Trennung und Zusammengehörigkeit, Grade metrischer Regelmäßigkeit, Polyphonie etc. Wie im Fall der Vokalmusik kann die Methode völlig voraussetzungslos praktiziert werden, ohne dass sie die Musik im mindesten versimpelt. Schüler mit musikalischen Vorkenntnissen werden nicht unterfordert, da "typographische Analyse" auch auf differenziertere Schichten der Musik eingeht. Es entsteht ein Analysemodell, das nicht nur die verstandesmäßige Tätigkeit fordert, sondern eine neue, bewusstere, sinnlich erweiterte Vollzugsweise. Sie schließt sowohl emotionale Anmutungsqualitäten als auch strukturelle Details ein. Die Arbeit führt zu genauerer ästhetischer Wahrnehmung, zu einem intensiven Bezug zum Thema, zu emotionaler Bereicherung der Erkenntnisse. Es geht darum, die Merkmale der Musik nicht nur zu umschreiben, sondern formal und material, eben ästhetisch zu demonstrieren.
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