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Musik
in Film und Fernsehen wird weitgehend unbewußt als Hintergund
und bloße Färbung des visuellen Wahrnehmungsobjekts
aufgenommen. Ihr Beitrag zur Gesamtwirkung wird deshalb meist
unterschätzt. Bei genauer Analyse ist man dagegen immer wieder
erstaunt, wie genau kalkuliert und bedeutungsgeladen sie sein
kann. Ihre gefühls- und assoziationslenkende Funktion ist
kaum zu überschätzen.
Das
folgende didaktische Modell folgt einem problemorientierten Ansatz,
der Schülerinnen und Schüler zum Mitdenken und differenzierten
Wahrnehmen führen soll. Das übliche Vorgehen, einen
Werbespot zuerst vorzuführen, dann nach verschiedenen Aspekten
zu untersuchen, hat im Unterricht mehrere Nachteile: Die ganzheitliche
Wahrnehmung des fertigen Produkts beläßt den Schüler
zunächst weitgehend in der beim Fernsehkonsum üblichen
Haltung. Alles wird - sieht man von Reaktionen des Gefallens oder
Mißfallens einmal ab - im Prinzip als selbstverständlich
hingenommen. Die Aufgabe, die eingefahrenen Wahrnehmungsmuster
aufzubrechen und neue Sichtweisen zu erschließen, ist dann
dem analytischen "Zerpflücken" des ganzheitlich
Wahrgenommenen vorbehalten. Das wirkt auf Dauer aber leicht ermüdend
und demotivierend, weil man die (vermeintliche) "Hauptattraktion"
ja schon "hinter sich hat". Ein problemorientierter
Ansatz versucht, möglichst viele kreative Handlungselemente
der Rezeption des vollständigen Werbespots vorzuschalten,
durch die die Wahrnehmung verfremdet und produktives bzw. alternatives
Denken stimuliert wird:
- Grundsätzliche
Fragen werden gestellt (z.B. Was tut man, wenn man wirbt? Wie
kann man andere überzeugen / überreden? Wozu braucht
man dabei Musik? usw.)
- Eigene
Vorüberlegungen und kreative Versuche sollen Alternativen
bereitstellen, um eine bewußte und genaue Wahrnehmung
des professionellen Produktes zu ermöglichen (z. B. Wie
könnte man für den Intercity werben? Welches Image
sollte man ihm geben? Welche Zielgruppe sollte man ansprechen?
Wie müßte in diesem Falle die Musik aussehen?).
- Einzelne
Teile bzw. einzelne Parameter des Spots werden zunächst
getrennt untersucht (Bildschnitte, Klangebene, Instrumentation,
Musikstil usw.)
Im
Prinzip geht es auf allen Stufen immer wieder darum, die 'Frage'
(das Problem) zu finden, das im zu untersuchenden Gegenstand 'beantwortet'
(gelöst) wird.
Für ein solches Verfahren ist es günstig, einen älteren,
weil unbekannten Spot zu wählen, dessen Rezeption noch nicht
"besetzt" ist. 
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