27.06.2000

Günter Kleinen

Einleitung über Weltmusik, indigene Kulturen und Exotismus

Heutzutage leben wir weltweit in einem globalen Dorf, umgeben von Weltmusik, die Ästhetik unserer Zeit wird als transkulturell bezeichnet. Derlei Begriffe sind relativ leicht ausgesprochen, und wir meinen zu verstehen, was sie bedeuten. Aber in Wirklichkeit sind wir meilenweit von wirklichem Verständnis entfernt: dem globalen Dorf fehlen Übersichtlichkeit und enge Nachbarschaft, die Weltmusik steht für eine Vielfalt ethnisch gebundener Musik - es gibt niemanden, der oder die sich in dieser Vielfalt auch nur annähernd auskennt, und die transkulturelle Ästhetik ist einer der viel schillernden Begriffe der Postmoderne, durch die alles und nichts faßbar wird - ästhetische und kulturelle Phänomene wandern weltweit durch diverse Kulturen, werden aufgegriffen, akkulturiert, also verändert, weitergegeben, gewinnen in neuen Zusammenhängen neue Attraktivität oder verlaufen sich, sterben aus (nahezu), werden wiederbelebt usw.