Baustein 4

Brahms zwischen Tradition und Innovation: Klavierkonzert Nr. 1 op. 15 D-Dur (in der Interpretation von Pollini).

Darin enthalten (hier als Klausurthema): Streit um die Werktreue und "richtige" Interpretation: Gould/Bernstein.

Unterrichtsverlauf:
Die Exposition des ersten Satzes wird zunächst hörend erschlossen.
Erwartung:
Auffällige thematisch-motivischen Parallelen zwischen Anfangsritornell und Solo-Exposition.

Herausschreiben von motivischem und thematischem Material. Erwartung: Schwierigkeit, Themen und motivische Komplexe klar voneinander zu trennen// Schwierigkeit, Nomenklatur festzulegen, da die Motive auf vielerlei Art miteinander verwandt sind.

Möglichst selbständige Untersuchung der Exposition anhand des Notentextes und Erstellen eines Bauplanes über thematische Arbeit, Harmonik und Dynamik Erwartung: Schwierigkeit: Ein großer Teil des thematisch-motivischen Materials ist in sich modulierend; eindeutige harmonische Fixierung dadurch erschwert.

Bestehende Probleme und auftretende Schwierigkeiten sollten möglichst im Gespräch ge-klärt und nur als ultima ratio vom Lehrer/ von der Lehrerin er-klärt werden.

Selbständige Analyse der Reprise Gegenüberstellung der Exposition

Benennen v.a. der Abweichungen vom zu Erwartenden Erwartung: Übereinanderschichtung von Eingangsritornell und Soloexposition in der Reprise// daher möglich: Verzicht auf die Rahmenritornelle // Frage: Kann bei Brahms überhaupt noch von Ritornellen die Rede sein?// Umkehrthese: Es handelt sich vielleicht schon zu Beginn um eine Art doppelte Exposition// dafür spräche: die beiden Themen in der Orchesterexposition markieren bereits Haupt- und Seitensatz, das Klavierthema bleibt allein dem Solisten vorbehalten// Klavierthema in der Reprise folglich nicht in Seitensatztonart F-Dur, sondern in verdurter Tonika D// Cadenza fehlt völlig.

Evtl. Diskussionen über verschiedene Spielarten von Virtuosität und das Verhältnis von Orchesterapparat und Soloinstrument könnten sich anschließen. Die Beschaffung von Thesen stützendem Material dient der Vertiefung der Überlegungen einerseits und der Vorbereitung der Klausur andererseits.