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VORÜBERLEGUNGEN 1. Ziel des Unterrichtskonzeptes Meist nur überblickshafte Kenntnis weniger, vor allem repräsentativer Werke ist die Basis, die das musikalische Wissen auch von Oberstufenschülern prägt. Auch intensiver Musikunterricht, sogar im Leistungskurs, kann nicht das jahrelange intensive Studium von Musik vorwegnehmen, das zu einer fundierten uns zielsicheren Interpretation von Werken führen kann, denn Interpretation darf nicht nur als Analyse verstanden werden, deren Technik wie ein Handwerk erlern- und übbar ist, eine Synthese jedoch, ohne die eine Analyse zum reinen Selbstzweck verkommt, fordert eben die vertiefte Betrachtung. Anhand einer gründlichen Analyse einzelner Werke und dem Versuch einer anschließenden Synthese soll aber versucht werden, ein exemplarisches ästhetisches Konzept zu entdecken, seinen Wandel zu beschreiben, Begründungsansätze zu finden sowie die Unabschließbarkeit der Diskussion zu erkennen und zu akzeptieren. Die Gattung Klavierkonzert erscheint dabei insofern besonders geeignet, als die den Kopfsätzen zugrunde liegende Sonatenhauptsatzform für eine Vielzahl von musikalischen Werken stehen kann. So sollen die Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal mit Ansätzen hermeneutischer Interpretation Erfahrungen sammeln. Dabei soll die Einsicht in die Unmöglichkeit nur einer einzigen richtigen Interpretation das Vakuum füllen, das bisher zwischen didaktischer Reduktion und syntheseloser Analyse blieb. 2. Voraussetzungen Da die Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Reihe selbständig in Gruppen analysieren sollen, muss ihnen der Umgang mit umfangreicheren Partituren geläufig sein. Sie sollten ebenso in harmonischen Analysen geübt wie innerhalb einer großformatigen kompositorischen Anlage zur Abschnittsfindung in der Lage sein. Die Technik des Hörprotokolls sollte vertraut sein, kann aber auch mit dieser Konzeption (wieder) eingeübt werden. Die nötige Sachkenntnis dürfte in der Oberstufe vorhanden sein. Eventuell sollte in einer der vorhergehenden Unterrichtssequenzen das Prinzip der Sonatenhauptsatzform noch einmal thematisiert werden. 3. Bausteinkonzept Die Bausteine verstehen sich als Steinbruch, der je nach Schwerpunktsetzung gekürzt werden kann oder, v.a. wenn auf historische Vollständigkeit Wert gelegt wird, ergänzt werden muss. Ich habe mir die musikgeschichtliche Freiheit genommen, hier auf Untersuchungen der frühklassischen Konzertanlagen v.a. bei den Bach-Söhnen ebenso zu verzichten wie auf das Studium der Lisztschen einsätzigen Konzertanlage, habe Tschaikowsky ebenso vernachlässigt wie die Betrachtung der Gattung seit der Wende zum 20. Jahrhundert hin, etwa bei Rachmaninow, Prokofjew, Pfitzner, Strawinsky, Hindemith, Schostakowitsch und Schönberg. Und schließlich ist das Fehlen von Beethovens Konzerten unter dem Anspruch auf Vollständigkeit unverzeihlich. Natürlich kann das Konzept um alle diese Komponisten und ihre Werke erweitert werden. Die hier vorliegende Auswahl gründet auf der Überlegung, dass enger verwandte Strukturen mehr der analytischen Feinarbeit bedürfen. Baustein 6 als Synthese und gleichzeitige Abschlussdiskussion kann, wenn das Konzept als Reihe verfolgt wird, selbstverständlich nur am Schluss stehen. Die Veränderung der Reihenfolge der anderen Bausteine erfordert gelegentlich ein Angleichen des Kenntnisstandes, ist ansonsten aber kaum problematisch. |
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