Fremdes - Fremdartigkeit der Musik

Ich stimme Dieter Mack zu, der es für notwendig hält, „die Kinder und Jugendlichen möglichst früh mit dem Anderen und Verschiedenen zu konfrontieren und dies nicht als Gegensätzliches, Fremdes, ja Abstoßendes zu bewerten, sondern das Rätsel, das es für uns enthält, als etwas Besonderes, etwas Wertvolles und Erstrebenswertes zu entdecken“ (Mack, 1992, S. 9).

„In Fremdes einführen, ohne Abwehr zu erzeugen - wie geht das?“ fragt Irmgard Merkt und fährt fort: „Bezogen auf Musik bedeutet dies zunächst, daß aus den Musikkulturen, die bekannt gemacht werden sollen, solche Musikbeispiele ausgesucht werden, die von den Hörerfahrungen der Kinder nicht allzuweit entfernt sind. Jede Musikkultur der Welt hat Musikbeispiele zur Verfügung, die die Spezifika der jeweiligen Kultur repräsentieren und die doch für deutsche Ohren nicht übermäßig fremd klingen...Manchmal geht es über das Mitmachen besser als über das Hören. Zu einem Lied klatschen oder mit Instrumenten mitzuspielen ist eine Methode, einen Abstand auf ‘natürliche’ Weise zu verringern. Das eigene Mitmachen macht auch die Musik zum Eigenen.“ (I. Merkt: Phantasiereisen im interkulturellen Musikunterricht, in: Böhle (Hrsg.), 1996, S. 35)

Und Jürgen Terhag empfiehlt: „Warum nicht zum Einstieg fremde Musik mit fremden Geschichten verbinden, Motivation durch Außermusikalisches wecken? Provozierend gefragt: Warum nicht zunächst einmal Räucherstäbchen anzünden und dazu indische Musik im Hintergrund anhören? Warum nicht ein fremde Musik als Tanzanregung, zur Film- oder Diavertonung...verwenden?“ (Terhag 1996, S. 54).