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Probleme - Einwände Wenn man sich für die Einbeziehung von Musik anderer Völker in den Musikunterricht einsetzt, wird einem gelegentlich von Fachkollegen entgegengehalten, der Musikunterricht sei ohnehin schon überlastet. Vor einigen Jahren schrieb Anselm Ernst:
Diese Argumentation halte ich für nicht stichhaltig. Es kommt im Unterricht immer darauf an, eine exemplarische Auswahl zu treffen. Dies gilt für die europäische Kunstmusik und die populäre Musik ebenso wie es für die Musik anderer Kulturen gelten sollte. Und kulturelle Identität gewinnt man nicht - wie Anselm Ernst meint - durch Beschränkung auf „seine“ Musikkultur (was auch immer dies sei), sondern gerade durch die Beschäftigung mit verschiedenen Musikkulturen bzw.-stilen. Aufgeschlossener als so mancher Zeitgenosse dürfte J. W. v. Goethe (1749-1832) gewesen sein, bei dem es heißt (West-Östlicher Divan):
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So
der Westen wie der Osten Wer
sich selbst und andre kennt, Sinnig
zwischen beiden Welten
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Gelegentlich wird gefordert, man solle die Musik anderer Völker entweder in ihrem gesamten außermusikalischen Bezugsfeld einbeziehen oder überhaupt nicht. Diese Forderung halte ich für völlig illusionär. Sie erscheint mir geradezu als ein vorgeschobenes Alibi, sich überhaupt nicht erst mit solcher Musik auseinandersetzen zu müssen. Auch erinnert sie mich an die Argumentation in den 70er Jahren gegen Schlager und Beatmusik. Damals vertraten einige namhafte Musikpädagogen die Auffassung, es lohne sich gar nicht erst anzufangen, sich mit diesen Bereichen zu befassen, da ja ständig neue Modewellen auf den Markt kämen. Und schließlich: Beziehen wir etwa im Musikunterricht bei der Behandlung "alter" Musik das gesamte außermusikalische Bezugsfeld ein? Doch wohl nicht.
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