![]() |
|
Alternative Ansätze Die Beschreibung dieser einen Sequenz soll genügen, um meine Interpretation ("Indiz für eine Wende") zu verdeutlichen, denn ein wesentlicher Unterschied zu Lehrwerken der vergangenen zehn Jahre scheint hierin bereits auf. Die Bücher der frühen 90er Jahre (Musikland, Hauptsache Musik, Musikstunde) gehen einen anderen Weg. Sie versuchen vorrangig, an Alltagserfahrungen anzuknüpfen und musikpraktische Erfahrungen zu initiieren. Fachimmanente Wissensbestände werden hingegen selten aufbereitet. Symptomatisch für dieses Phänomen ist etwa die Verbannung der Musik- theorie in einen lexikonartigen Anhang (vgl. Hauptsache Musik 5/6). Ob ein Schulbuch seiner Funktion als Unterrichtshilfe damit umfassend gerecht werden kann, ist mehr als fraglich.
Hauptsache
Musik, Notenwerte - Tempo (5) Hier soll nun nicht der Vermittlung von Kompendienwissen das Wort geredet werden - wodurch die unnötige und falsche Polarisierung zwischen "Wissen" und "Erfahrung" wieder im Raum stünde. Mich regten die drei skizzierten Erlebnisse ("Erntemaschinen-Gespräch", Zeitungsartikel, Soundcheck) dazu an nachzudenken, ob die Musikdidaktik der 80er und 90er Jahre das kindliche Bedürfnis nach Wissenstransfer und die damit verbundene natürliche Vergrößerung des kindlichen Sprachschatzes aus dem Blick verloren hat. Soundcheck bietet eine Verzahnung von wissensorientierter Faktenvermittlung mit kindgerechter, phantasievoller Aufbereitung und nutzt im methodischen Bereich das Wissen um den Wert erfahrungsbezogenen Lernens und stellt zugleich die fachliche Information über weite Strecken in den Vordergrund. Verbindliche Inhalte werden kontextuell eingebettet. Ob Soundcheck tatsächlich ein Indiz für eine neue Schulbuchgeneration ist und somit als "materialisierter didaktischer Trendsetter" fungiert oder ob es sich um ein individuelles und singuläres Produkt eines Autorenteams handelt, bleibt abzuwarten.
|