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Zu den Funktionen der Filmmusik in "Episode I"
George
Lucas: "Die Musik kann Nuancen übermitteln, die man
nicht sehen kann; sie sagt Dinge, die der Film nicht sagt."
George Lucas: "Ein Großteil der Geschichte und der
Gefühle wird über die Musik erzählt. Musik ist eines
der wichtigsten Elemente im Film." George
Lucas: "John Williams versteht wirklich etwas von Filmmusik.
Sie ist nicht nur einfach unter den Film gelegt, sondern erzählt
wirklich eine Geschichte."
Interviewer: "Es ist kein Geheimnis, dass George versucht, Urformen zu kreieren. Seine Charaktere sollen mehr symbolisch als letztendlich menschlich sein. (...) Als Sie die Musik für die ersten Star Wars Filme geschrieben haben, dachten Sie da in ähnlichen Urformen wie George?"
John Williams: "Ich denke, dass das in der Musik allgemein
der Fall ist. Wenn eine Figur ehrhaft und gut ist, dann sollte die
Musik über eben diese Ehrbarkeit des speziellen Charakters hinausgehen
und eigenständig werden. Sie beschreibt dann Güte an sich
und nicht nur den besonderen Menschen."
"Im
Film, wo die Musik immer bestimmte Bilder begleitet, konkretisiert
das Bild den Ausdruck der Musik. Andererseits verallgemeinert die
Musik das Bild durch die Mehrdeutigkeit ihres Ausdruckes. Darauf eben
beruht u.a. die dialektische Einheit von Musik und Bild im Film.
Frage: "Wenn Sie in ein derartiges Projekt involviert sind, haben Sie dann das Gefühl, etwas von der Geschichte miterzählen zu dürfen?" John
Williams: "Was Sie da vermuten, ist richtig. Die Musik macht
einen wesentlichen Teil des Charakters eines Films aus. Er beinhaltet
eine melodische Verbundenheit mit einer Reihe von Charakteren, was
sehr typisch für die Oper aus dem 19.Jahrhundert und früher
ist. Das musikalische Erkennen eines Charakters oder einer Handlungsszene
wird zu einer Reihe von akustischen Orientierungspunkten."
"Interessanterweise
beendet Williams die Filmmusik mit einer sehr dunklen' Stimmung.
Statt eines abschließenden Statements mit der Star Wars-Fanfare
- wie am Schluss der anderen Musiken - erlaubt er dem dunklen Unterton
von Anakins Thema uns zum Schluss hin zu führen (...) Zweifellos
ein Hinweis auf die Dinge, die da kommen werden."
Zum Zusammenhang von Produktion und Rezeption: "Wenn
wir Musik für Filme schreiben, dann haben wir nicht die volle
Aufmerksamkeit des Publikums. Die Leute hören viele Soundeffekte
oder Dialoge und nehmen die Musik vielleicht nur ein- oder zweimal
bewusst wahr. Deshalb muss die Musik einfach und eindeutig sein. Man
muss sie durch die Dialoge durchhören können. So gewinnt
man die Aufmerksamkeit Note für Note, Schritt für Schritt.
Eine Art, wie man das erreichen kann, wenn eine Musik in ihrer Endform
etwas komplex ist, wenn sie also z.B. zwölf Noten hat, ist, dass
das Publikum vielleicht die ersten drei davon im zweiten Abschnitt
hört, dann sechs im fünften und erst am Ende des Films die
volle Komposition. Schließlich gibt es noch den faszinierenden
Effekt, dass das Publikum etwas unbewusst präsentiert bekommt,
ein unausweichliches Schicksal, welches das Publikum vielleicht schon
selbst vorhergesagt hat. Das ist ein Teil des dramatischen Mechanismus,
wie man das Publikum fesseln kann. Wenn wir es schaffen, eine Musik
zu kreieren, die man auch im Wirrwarr von Dialog und Effekten leicht
in Erinnerung behält, dann ist es um so besser für uns."
Zu Anakins Thema:
"Es
war für mich eine besondere Herausforderung, die Musik einerseits
gleich, andererseits neu und anders zu gestalten. Anakins Erkennungsmelodie
habe ich, genauso wie George das Drehbuch, rückwärts geschrieben.
Es ist in Wirklichkeit Darth Vaders Musik, die ich einfach auseinandergenommen
und anders wieder zusammengesetzt habe. Wenn man genau hinhört,
kann man die Intervalle aus Darth Vaders 'Imperial March', der ja
ein Teil der bösen imperialen Macht ist, herausfiltern. Ich habe
sie einfach in eine sehr niedliche und kindliche Melodie verwandelt.
(...) Jetzt hört man praktisch die Metamorphose von etwas, das
mal auf eine sehr unschuldige Art begonnen hat und dann in der uns
bekannten Art verhängnisvoll endet. Die Musik verwandelt sich
wie der Junge in etwas Dunkleres und Komplizierteres."
Das
Thema "überträgt die emotionale Komplexität von
Anakins Charakter; die jugendliche Unschuld und Naivität genauso
wie das 'Empordämmern' seiner dunklen Zukunft."
"Die
Leistung eines Leitmotivs reduziert sich auf die eines musikalischen
Kammerdieners, der seinen Herrn mit bedeutsamer Miene vorstellt, während
den Prominenten ohnehin jeder erkennt." "Ein
Ende ist gar nicht abzusehen. So wäre es ein echter Fortschritt
der Filmmusik, eine in Dollars und Cent ausdrückbare Hollywoodidee,
jedem Schauspieler sein eigenes Reklamemotiv beizugeben, das in all
seinen Filmen wiederkehrt, sooft er sich blicken lässt."
Zu "Duell of the Fates": "Dieser
Chorgesang, der etwas mit dem Schwertkampf zu tun hat und am Ende
des Films erscheint, ist das Ergebnis davon, dass ich dachte, etwas
Rituelles, Mystisches und Antikes könnte dort sehr effektiv sein.
Ich hielt die Verwendung eines Chores an dieser bestimmten Stelle
für notwendig und richtig. Und um die Idee der musikalischen
Einfachheit ein bißchen weiterzuführen, hatte ich das Gefühl,
dass etwas Text für deren Umsetzung erforderlich sei. (...) Ich
bat ein paar Freunde von der Harvard Universität, die Geschichte
zunächst ins Keltische zu übersetzen, dann ins Griechische
und schließlich in Sanskrit, einfach um nach guten Klängen
für eine Chor und passenden Vokalen zu suchen. (...) Sanskrit
ist bei uns weniger bekannt und hat einen wunderschönen Klang.
Es ist eine wunderschöne Sprache. Ich habe die wörtlich
übersetzten Strophen verkürzt und entweder einzelne Worte
oder Silben oder Kombinationen aus beidem benutzt wie z.B. die Worte
"gefürchteter Kampf" und sie einfach wiederholt. Jeder
kennt diesen Gedanken von dem "Halleluja" - Chorgesang,
bei dem man 20 Minuten lang nur das Wort 'Halleluja' singt. Das verleiht
der Musik eine ganz besondere Atmosphäre."
"Die Beziehungen zwischen Filmmusik und Bildinhalten lassen sich in der Praxis auf drei Typen festlegen:
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