
Unterrichtspraxis

Gerade
ein Film wie "STAR WARS Episode I" mag bei der partiellen
Lösung des Problems, aktuelle Themen aus Jugendkulturen im Unterricht
zu thematisieren, hilfreich sein.
Mögliche
Zielsetzungen
Es
soll hier darauf verzichtet werden, Hinweise zum Umgang mit der CD
der Musik von "Episode I" zu geben. Ohne Partitur bleibt
nur die Möglichkeit, im Rahmen einer Höranalyse zu überprüfen,
inwieweit die thematische Gebundenheit (d.h. der von John Williams
gewählte Titel des "Tracks") sich am Höreindruck
festmachen lässt (bzw. die umgekehrte Vorgehensweise, vom Höreindruck
auf einen möglichen dramaturgischen Zusammenhang zu schließen).
Die Analyse der wenigen zugänglichen Notenbeispiele bietet weitere
Erkenntnismöglichkeiten.
Schwer
verzichtbar ist im filmmusikalischen Kontext natürlich die Berücksichtigung
des eigentlich filmmusikalischen Elements, der Bild-Musik-Zuordnung.
Solange die Videokassette von "Episode I" noch nicht zur
Verfügung steht, bietet es sich an, im Unterricht anhand der
musikalischen sowie anderer Materialien Fragestellungen zu entwickeln,
z.B.:
- In welchen Zusammenhang
(wenn überhaupt) erklingt das "Star Wars - Thema" im
Film?
- Wie erfolgt die
Zuordnung von Anakins Thema zu Anakin selbst? Wird es jeweils vollständig
gespielt (entsprechend dem hier abgedruckten Notenbeispiel)
Erklingt es nur im Zusammenhang mit Anakins Auftreten oder erhält
es auch Hinweischarakter (auf die Person, auf Kommendes)?
- Welche Beispiele
für syntaktische Funktionen der Filmmusik lassen sich angeben,
welche für die underscoring-Technik?
- Inwieweit lassen
sich bei der Filmrezeption Aussagen wie die folgenden nachvollziehen?
a)
"Die Story des Films ist Nebensache (...) 'EPI' setzt auf den
Fun-Faktor einer Achterbahnfahrt und ist unter dieser Prämisse
ein erstklassiger Leinwandtrip." (Stahl 1999, 48/51)
b)
"Lucas selbst deklariert seine Werke als Erziehungsfilme, die
von nichts Geringerem handeln als Verantwortung, Verpflichtung und
anderen V-Wörtern aus der Sesamstraße. Das Schlimme:
Der Mann glaubt daran (...): In meinen Filmen geht es darum,
dass die Menschen Freundschaft und Loyalität füreinander
entwickeln und sich gegen das Böse zusammenschließen.'
(...) Gut, dass die Star Wars'-Filme nicht den heiligen Ernst
absondern, den ihr Schöpfer in sie produziert." (Rosner
1999, 55)
c)
" ... bleibt der Film bis auf wenige Ausnahmen seltsam distanziert.
(...) Star Wars ist Space Opera, episch, bunt, laut, mit tollen
Effekten und einer Menge Spaß. Die Dunkle Bedrohung ist vieles
davon, doch eine Menge Spaß hat man als Zuschauer nicht. Wenn
man aus dem Kino kommt, hat man das vorherrschende, unangenehme
Gefühl einer verlorenen Chance." (Klöckner 1999,
17/22)
d)
"Die Musik musste hilfreich sein beim Erzählen der Geschichte
einer pazifistischen Königin, die für das Überleben
ihres Volkes kämpfen muss, einer Mutter, die ihren Sohn aufgibt,
damit er sein wahres Potential entfalten kann, und nobler Jedi,
die dem Aufstieg eines unvorstellbaren Bösen gegenüberstehen."
(Lucas, Souvenir - Magazin 1999, 100)(19)
Wie
schon an anderer Stelle(20)
sei auch hier wieder empfohlen, bei der Thematisierung populärer
Kultur ausdrücklich Aussagen ihrer "Macher" oder Aussagen
aus Fanzines oder Ähnliches heranzuziehen, auch um sich dem Verdacht
zu entziehen, populäre Kultur würde hier lediglich zur Gegenüberstellung
und Fokussierung der dem Lehrer vielleicht näheren "Hochkultur"
thematisiert, einem Verdacht, der dann zu einer "Verteidigungshaltung"
der Schüler gegenüber dem Lehrer führen kann und die
für analytische Prozesse prinzipiell anzustrebende kritische
Distanz deutlich reduziert.
Wesentlich genauer und unter besseren Bedingungen wird man arbeiten
können, wenn die Videokassette zum Film vorliegt. Für die
konkrete Arbeit ohne direkte Bezugnahme auf das Filmbild selbst kann
etwa mit folgenden Materialien und Fragestellungen gearbeitet werden:

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