2. Aus der Kindermusical-Werkstatt

Kindermusicals zu schreiben heißt, von vornherein eine genau umrissene Zielgruppe vor Augen zu haben. Ferner heißt es, Gattungsspezifika des Musicals für diese Zielgruppe aufzuschließen und handhabbar zu machen. Künstlerische und pädagogische Intentionen durchdringen sich. Das impliziert Grenzen, eröffnet aber auch erstaunliche Möglichkeiten.

2. 1 Inhalt/Thematik/Textebene

2. 1. 1 Die Fabel11

Zwar sind es nicht mehr Märchen, die das Kindermusiktheater inhaltlich dominieren – Dramatisierungen bekannter Volks- und Kunstmärchen findet man immer noch und immer wieder in neuen Formen. Die Verwendung einer Märchenvorlage kann reizvolle Ergebnisse zeitigen (man denke nur an F. K. Waechters Stück Der Teufel mit den drei goldenen Haaren für das professionelle Kindertheater oder Hans Burings Des Kaisers neue Kleider für die Grundschule). Oft genug bleiben solche Stücke jedoch unbefriedigend, weil sie keine neuen Perspektiven erkennen lassen.

Ähnliches gilt für die Gattung der Fabel (Tierfabel). Bei vielen Pädagogen beliebt wegen ihres als kindgerecht empfundenen Anthropomorphismus und ihres lehrhaften Charakters, hat dieses Genre einen festen Platz im Kindermusiktheater gefunden. Peinlichkeit (und damit künstlerische und pädagogische Wirkungslosigkeit) entsteht, wenn die Theatermacher vergessen, dass in der Fabel menschliche Eigenschaften auf Tiere projiziert werden und nicht umgekehrt.

Märchen und Tiergeschichten spielen auch im aktuellen kommerziellen Musical eine Rolle: Beauty and the Beast und Cats sind nur zwei Beispiele.

Auf der Suche nach Geschichten, die die Basis eines Librettos für ein Kindermusical bilden könnten, stoße ich immer wieder auf Märchen- oder Fabelelemente. Dabei hilft mir eine quasi kindliche Sichtweise auf die Welt, die man auch als Perspektivenwechsel bezeichnen könnte. Da wird ein großer, entsprechend geformter Weidenbusch auf einer Wiese zu einem riesigen Igel – was könnte der alles anstellen? Da werden Lebensmittel lebendig – was denkt und fühlt wohl ein Fischstäbchen? Da wohnt in einem auf dem Sperrmüll entsorgten Bild ein Echo – muss eigentlich ein Echo bis in alle Ewigkeit alles wiederholen, was andere sagen?

Der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Stück ist weit und anstrengend. Der "Aufhänger" muss sich zu einer Geschichte ausbauen lassen, mit einem durchgehaltenen Erzählgestus, mit einem Konflikt, an dem sich eine logisch nachvollziehbare Handlung entzündet, mit Figuren, die als Charaktere gut unterscheidbar und konsequent durchgeführt sind, mit einem plausiblen Schluss. Die Geschichte muss sich in einzelne Szenen gliedern lassen, die in sich geschlossen und stimmig sind. In die Szenen müssen Songs und Tänze an den geeigneten Stellen integriert werden; die dramaturgische Funktion dieser musikalischen Teile sowie ihre Zuordnung zu Haupt- und Nebenfiguren oder Chor müssen sorgsam durchdacht werden.

Oft genug muss eine Idee verworfen werden, weil sie kein ganzes Stück trägt. Daher führt es oft zu einem besseren Ergebnis, wenn man eine gut strukturierte, als Geschichte bereits "funktionierende" Vorlage heranziehen kann, sei es ein Märchen, eine Sage oder ein Kinderbuch. An diese Vorlage werden dann dramaturgische Fragen gestellt, die etwa die Zahl der Figuren und Schauplätze, das Verhältnis zwischen erzählten Teilen und Dialogen, die Darstellbarkeit des Konflikts mit theatralischen Mitteln betreffen. Kurz: Das Erzählte muss auf die Bühne und in die Zeichensprache des Musiktheaters übertragbar sein.

Beispiel: Die Fabel des Musicals Mahlzeit!

Schorschis Schlemmerstube und Elisabeths Naturkostladen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. Die beiden Inhaber können sich nicht ausstehen. Dies färbt auch auf die Waren ab, die die beiden verkaufen: Die "Fast Foods" und die "Bios" befehden sich heftig. Eine von allen verachtete Randgruppe bilden die Schädlinge und Schmarotzer: Nemo, ein Fischwurm, Sally, eine Salmonelle, und Willy, ein Apfelwurm.

Nachdem Pommestüten, Currywurst, Fischstäbchen & Co. auf der einen, Apfel, Knoblauch, Gurke und Weißkohl auf der anderen Seite sich ihre Argumente für die einzig richtige Lebens- bzw. Ernährungsweise um die Ohren gehauen haben, erfahren wir von Schorschi und Elisabeth, dass beider Geschäfte derzeit nicht besonders gut florieren.

Zu allem Überfluss erscheint nun auch noch Herr Amtmann vom Gewerbeaufsichtsamt, um seine Routinekontrolle durchzuführen. Prompt findet er bei Schorschi Nemo, die Nematode. Grund genug, Schorschis Lokal sofort zu schließen! In Elisabeths Laden findet Herr Amtmann den Wurm Willi sowie ein stark überaltertes Ei vor, was ihn jedoch nur zu einer milden Rüge veranlasst. Nemo hingegen nimmt er mit, was Sally, Nemos Freundin, schier zur Verzweiflung treibt.

Hämische Kommentare der Bios münden in einen erneuten verbalen Schlagabtausch. Allmählich kommt man jedoch überein, dass es jetzt wichtiger ist, Schorschi zu helfen, als sich herumzustreiten. Wie langweilig wäre es schließlich für alle, wenn Schorschis Lokal für immer geschlossen bliebe. Und was würde aus der armen Sally? Den Ideenwettbewerb zur Rettung Nemos und der Schlemmerstube gewinnt Willi, der Wurm, mit einem genialen Plan.

Willi besucht Herrn Amtmann in seiner Amtsstube und erzählt ihm eine höchst sentimentale Geschichte vom tragischen Schicksal der Brüder Nemo und Willi. Der Beamte, von Rührung übermannt, wird all seinen Vorschriften untreu, lässt den gefangenen Nemo frei und stellt die Wiedereröffnungs-Erlaubnis für Schorschis Schlemmerstube aus.

Während Willis Abwesenheit haben sich Fast Foods und Bios die Zeit mit Streiten, Tanzen und Singen vertrieben. Über solchem Tun ist man sich näher gekommen, allgemein und im Besonderen. Plötzlich steht der Vorschlag im Raum, die beiden Geschäfte zusammenzulegen. Der Beschluss wird gefasst und mit dem Müsli-Schwur besiegelt.

Als Willi mit Nemo zurückkommt, hat der Umbau schon begonnen. Die beiden werden zwar freudig begrüßt und gefeiert, aber das Wichtigste ist jetzt der neue Laden, sein neues Outfit, das aufpolierte Image, die optimale Werbestrategie. Deshalb macht man mit allen Schädlingen, ob Helden oder nicht, jetzt kurzen Prozess und wirft sie hinaus. Auch das ältliche Ei muss weg; es landet in der Kompostkiste.

Bald kann Eröffnung gefeiert werden. Der neue Laden hält viele Überraschungen bereit. Es gibt Bio-Fastfood, den "Essgenuss nach Maß" und allerhand Spaß, kurz: Erlebnisgastronomie. Die Kinder aus dem Publikum sind die ersten Gäste und tanzen den Schlusstanz mit.

2. 1. 2 Das Libretto

Das Libretto gehört in die Hände des Dramaturgen (der gegebenenfalls Kürzungen oder Umstellungen vornimmt), des Regisseurs (der die Inszenierung, also die theatralische Umsetzung, erarbeitet), des Bühnenbildners (der die Kulissen erstellt), der Kostümbildnerin (die Kostüme und Masken entwickelt) und des Beleuchtungsmeisters (der für die Lichtregie verantwortlich ist). Bei der Aufführung arbeiten auch Abend-spielleiter, Inspizient und Souffleuse anhand des – nun entsprechend den Vorgaben der genannten Verantwortlichen bearbeiteten – Librettos.

2. 1. 2. 1 Monolog

Während im professionellen Theater auch längere Monologe ihren Platz haben, werden sie im Theater mit Kindern seltener eingesetzt. Seit der Antike wichtiges dramatisches Gestaltungsmittel, gibt der Monolog den Darstellern die Möglichkeit zu "großen Auftritten".13 Abgesehen davon, dass junge Laiendarsteller die Darstellung starker Gefühle oder die Übermittlung weltbewegender Botschaften künstlerisch meist nur unvollkommen bewältigen, werden lange, auswendig gelernte Texte von Kindern oft heruntergeleiert oder mit falschen Betonungen gesprochen und verlieren dadurch erheblich an Wirkung. Eine im Kindertheater viel genutzte Sonderform des Monologs ist die Anrede an das Publikum, die – vorausgesetzt, sie ist nicht zu lang – meist besser gelingt.

Beispiel: 4. Szene aus Die Rache der Igel15

Igor Iltis: Hallo, liebe Zuhörer und Zuschauer, hier spricht Igor Iltis. Igor Iltis, der rasende Reporter. Igor Iltis – immer schnellstens zur Stelle mit den neuesten Nachrichten und Berichten aus dem Tierreich. Igor Iltis – immer am Puls der Fauna!

Heute hat Igor Iltis Ihnen etwas ganz Besonderes mitgebracht: Bei den Igeln ist die Revolution ausgebrochen! Nein – nicht gegen die Hasen. Diesmal geht‘s gegen die Autos! Jawohl, Sie haben richtig gehört! Gegen die P-K-W, die Personen-Kraft-Wagen, die Profi-Killer-Waffen [...], jene rasenden Kolosse, die uns Tiere auf Schritt und Tritt verfolgen!

Nun, liebe Zuhörer und Zuseher, der kurzen Rede langer Sinn, äh – ich meine: der hohen Rede tiefer Sinn – äh – der hohlen Rede triefender Sinn – oder so ähnlich, egal: Die Igel sind wieder mal zuerst da! Man höre, sehe und staune! Die Igel sind gewachsen! Durch ein Zaubermittel sind sie riesengroß geworden! Jetzt sind sie am Ball! Jetzt sind sie endlich mal die Stärkeren!

Und heute, jetzt gleich, soll es losgehen! Jawohl, liebe Zuhörer und Zugucker: Sie werden in Kürze Zeugen eines einmaligen historischen Ereignisses! Jetzt sofort und augenblicklich, live on stage: Die Zerstörung der Autos!

Jawoll! Los! Klappe! Action! Juhuu! (pfeift auf Trillerpfeife; Vorhang öffnet sich).

Solche Szenen können vor dem Vorhang gespielt werden und beispielsweise Umbaupausen überbrücken (die im Kindertheater wie auch im Musical nicht zu lang sein dürfen).

2. 1. 2. 2 Dialog

Dialoge im Theater mit Kindern sind kurz und präzise. Langatmige Positionsbestimmungen, Problemerörterungen und Grundsatzdiskussionen sind auf der Unterhaltungsbühne fehl am Platze. Der Textautor muss im Stande sein, sich auf das Wesentliche einer Aussage zu beschränken, dabei in den Dialogen die Charakterzüge der Figuren deutlich herauszuarbeiten, die Figuren wirklich miteinander reden, also präzise aufeinander eingehen zu lassen und außerdem die Handlung voranzutreiben.

Beispiel: Auszüge aus der 1. Szene von Die Rache der Igel12 

Neugierigel: Mal eine Frage. Glaubt ihr, dass das Gesinge was bringt?

Wendigel: So kann man das doch nicht sehen. Es kommt ganz darauf an [...]

Findigel: Ich finde, wir sollten endlich was tun.

Wichtigel: Genau, das meine ich auch. Und zwar sollten wir eine Igel-Initiative gründen. Sowas hat man jetzt häufiger. Das ist in!

Wütigel: "Igel-Initiative – Das hat man jetzt häufiger" – wenn ich sowas schon höre! Du bist ein elender Wichtigtuer!

Wendigel: Aber im Prinzip hat er doch recht. Wir sollten [...]

Findigel: Ich hab‘s! Igel-Power heißt die Devise! [...]

Behäbigel: Ruhe, Ruhe, Leute! [...] Was sollen wir denn jetzt machen? Nur mit Igel-Power kommen wir nicht weit. Wir müssen überlegen, wie wir weiter vorgehen.

Wendigel: Er hat im Prinzip recht. Wir müssen jetzt irgendwie konkret werden.

Trotzigel: Ihr Blödmänner! Wir machen jetzt action!

Wütigel: Jawohl! Wir zerstechen ihnen die Autoreifen, wir beißen ihnen den Auspuff ab [...]

Winzigel: Wem? Den Menschen?

Trotzigel: Halts Maul, du Winzling. Pass auf, dass sie dich nicht ins Auspuffrohr stopfen.

Die Sprache richtet sich nach dem Sujet. Historische Personen sprechen anders als heute lebende. In der Regel ist es aber die Alltagssprache, die im Kindermusical verwendet wird – in bearbeiteter, d. h. ihre Redundanzen und ihre Niederungen aussparender Form. Bemühte Kunstphrasen-Drechselei ist im Musical-Libretto ebenso unangemessen wie die Anbiederung an die aktuelle Jugendsprache.

2. 1. 2. 3 Songs

Die Diktion der Songs liegt im Kindermusiktheater idealerweise zwischen Wilhelm Busch und Bertolt Brecht (der Tonfall spezieller Lyrik für Kinder, etwa von James Krüss oder Josef Guggenmos, wird von älteren Kindern oft als unter ihrer Würde empfunden). Das ergibt eine gute Mischung von trockenem (schwarzem) Humor und Lakonik. Satzverdrehungen und Wortverstümmelungen sollten tabu sein. Richtlinie sei auch hier, dass die Verse so natürlich klingen wie möglich. Ein Reimzwang besteht nicht, jedoch die Notwendigkeit, den Versen einen musikalisch umsetzbaren Rhythmus zu geben. Wird aber gereimt, sollten die abgedroschensten Reimpaare vermieden werden (wie bei Busch zu lernen ist, verhilft manchmal das Enjambement zu originellen Zeilenschlüssen). Die Form Strophe-Refrain ist populär und probat, aber nicht die einzige mögliche Songform.

Beispiel:
Lied der Hummel Humelita aus Ferdinand, der Stier
von Gisela und Hans Buring16



Abb. Buring: Kinderzeichnung "Einladung"

Ich bin die Hummel Humelita,

ich fliege gern zur Margerita,

zum Hibiscus oder auch zur Rose,

zur Nelke oder zur Mimose.

Von Cordoba bis nach Santander

saug ich vom roten Oleander

aus jedem Blütenkelch ein bissel

Nektar raus mit meinem Rüssel.

2. 1. 2. 4 Besondere Gestaltungsmittel: Ironie und Parodie

Bei der Vorstellung, Kinder mit Ironie zu konfrontieren, graust es viele Pädagogen. Allerdings gilt in zunehmendem Maße: Kinder sind nicht so "tümlich" wie Erwachsene glauben. Sie erkennen Doppelbödigkeit und Uneigentlichkeit und haben Spaß daran. Nicht zuletzt dank populärer Medienfiguren wie Stefan Raab (Guildo hat euch lieb, Maschendrahtzaun, Wadde hadde dudde da) sind heute schon Fünftklässler imstande, mit Ironie umzugehen. Schon Schüler/innen der Orientierungsstufe konsumieren Comedy Shows und -Serien im Fernsehen, begeistern sich für alles ironisierende Entertainer wie Jürgen von der Lippe.17

Ironie als Distanzierungsmittel gegenüber Texten und Ereignissen kann die intellektuelle Entwicklung der Kinder fördern. Schon Sokrates benutzte bekanntlich Ironie als "Vehikel didaktischer Kommunikation" in den Dialogen mit seinen Schülern.18

Die Parodie – hier im literaturwissenschaftlichen Sinne verstanden – bedient sich in ironischer oder satirischer Absicht bekannter Formen und setzt damit das Original in kritische Distanz (vulgo: Holt es vom Sockel). Das folgende Beispiel ist eine Parodie auf das Bänkellied und enthält sprachlich wie inhaltlich alle Ingredienzien der Gattung. Es enthält aber auch einige Begriffe und Formulierungen, die in einem alten Original-Bänkellied niemals vorkommen können. Das ist eine ironische Brechung, die das Pseudo-Historische ins Zeitgemäße wendet.

Beispiel: Bänkellied, 3. Strophe, aus Die Räuberin19



Abb. Titelblatt "Die Räuberin"

Die Flucht führt Karoline und Orlando lange

durch weite Felder, graue Städte, dunklen Tann.

Doch niemals ward dem Mädchen vor der Zukunft bange,

und in Verblendung folgte sie dem wilden Mann.

Bald sieht man sie nun selbst im Räuberheer agieren.

Sie ist so grausam wie nur je ein Räuber war.

Doch tut‘s nicht gut, auf fremdes Hab und Gut zu stieren

und es zu rauben. Leider war ihr das nicht klar.

Ironie und Parodie gehören zu den Gestaltungsmitteln des Kabaretts. In unserem Zusammenhang ist das politisch-satirische Kabarett gemeint, das aktuelles Zeitgeschehen kritisch kommentiert. Nur wenige Autoren von Kindermusicals bedienen sich dieser Mittel, vor allem Wolfgang Fricke20 und Hans Buring. Beide haben ihre Intentionen wiederholt offengelegt.21 Ihre Stücke beweisen, dass kabarettistische Mittel im Kindermusical durchaus einen angemessenen Platz finden können. Damit wird auch ein Traditionsstrang des Broadway-Musicals fortgesetzt, der durch die High Tech-Musicals unserer Tage stark zurückgedrängt worden ist und fast nur noch in Independent-Produktionen überlebt.

In Burings Stück Des Kaisers neue Kleider ist das Spottlied des Volkes auf seinen klamottensüchtigen Kaiser auch zu lesen als ein kabarettistischer Seitenhieb auf den wegen seines eleganten Designer-Outfits viel kritisierten derzeitigen Bundeskanzler:

Beispiel: Spottlied des Volkes aus Des Kaisers neue Kleider


 

Unsre hohe Majestät
kommt nicht mehr zum Regieren.
Ich wüsste, was sie lieber tät –
sie ist beim Anprobieren.
Refrain:
Unsre Majestät,
täterä, täterä, täterä,
sie ist in der Garderobe.
Unsre hohe Majestät
geht nicht mehr ins Manöver.
Ich wüsste, was sie lieber tät –
sie kleidet sich in Pullöver.
Refrain [...]
Unsre hohe Majestät
geht nicht zu Staatsbesuchen.
Ich wüsste, was sie lieber tät –
sie steckt in Seidentuchen.22

Abb. Titelblatt "Des Kaisers neue Kleider"

In meinem Stück Mahlzeit!23 werden Ernährungsideologien aufs Korn genommen. In kabarettistischer Manier wird zugleich der Zustand unserer Lebensmittel kommentiert. Dies ist in ein dialogisch angelegtes Chorlied verpackt, bei dem jeweils eine Gruppe ihre Überzeugung darlegt, während die andere dies gelangweilt als "Blabla" abtut.